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„Auf möglichst jedes Dach gehört eine Sonnen-Erntemaschine“

15. März 2022

Appell des Solarverein Goldene Meile

Der Solarverein Goldene Meile (SGM) bittet die Stadtverordneten und alle Bürgerinnen und Bürger, energiepolitisch aktiver zu werden. Weit weniger als zehn Prozent der Dächer sind mit Solarkollektoren und -modulen belegt. Sie stellen Warmwasser her, oder sie produzieren Strom. In jedem Fall wird die Notwendigkeit gemindert, auf Energieträger aus dem Ausland zurückzugreifen. Was das bedeutet, wissen wir heute alle.

Die Stadt Essen ist in vorbildlicher Weise an der Produktion von Strom durch die Bürgerschaft interessiert, um energiepolitisch autonomer zu werden. Sie fördert jede Photovoltaikanlage durch überschaubar große Geldbeträge und honoriert damit das Mitwirken ihrer Bürger.

Für Sinzig macht der SGM folgenden Vorschlag: Die Stadt greift ihren eigenen Wettbewerb „Wir machen die Dächer voll“ nun konsequent auf, indem sie jedem Errichter einer PV-Anlage pro 1 kWp 50 Euro zahlt. Der kommunale Förderbeitrag wird auf 500 Euro pro Anlage begrenzt.

Dieser verlorene Zuschuss der Stadt könnte dazu führen, dass die „solare Zurückhaltung“ der Sinziger endlich aufgegeben wird. Ja, die Stadt könnte damit den Impuls für eine sinnvolle und vernünftige Energie-Bewegung geben. Die ausgelobten Förderbeträge sollte ein ortsansässiges Kreditunternehmen bereitstellen. Zur Begrenzung der finanziellen Höhe der Sinziger PV-Initiative (Kernstadt und Ortsteile) schlägt der SGM einen Gesamtbetrag von 80.000 Euro vor.

Die Stadt Essen arbeitet mit doppelt so hohen Zuschüssen, nämlich 100 Euro/1 kWp. Den Gesamt-Förderbetrag hat die Sparkasse der Stadt mit einem Sonderkreditprogramm gestellt.

Köln geht noch weiter. Dort gibt es jetzt nicht nur mehr Geld für Hausdach-Anlagen, auch für Balkonmodule und Speicher fließen Zuschüsse.

Seit Jahren versucht der SGM mit Hilfe des Slogans „Macht die Dächer voll!“ die Bürger der Stadt Sinzig zu mehr Mitarbeit im Energiesektor zu bewegen – mit enttäuschendem Ergebnis, als ob es die Notwendigkeit zur Wandlung des konventionellen Energiesystems nicht gäbe. Aber auch die Stadtverordneten zeigen wenig Willen, zukunftsfähige Entscheidungen zu treffen. Den Antrag auf eine Veränderung des Westumer Bauleitplans (ehem. Campingplatz) im Sinne zukunftsgerechten Bauens lehnten sie ab; das sei den Bauwilligen nicht zuzumuten.

Dabei spricht die Keeling-Kurve eine eindeutige Sprache.

Bis 350 ppm (CO2-Moleküle pro 1 Mio Luftmoleküle) bestand keine Klimagefahr. Ab 450 ppm treten mit Sicherheit nicht rückführbare Klimaveränderungen auf. Eine Kipp-Gefahr einzelner Kipp-Elemente (Golfstrom, Grönlandeis, Dauerfrostböden, Regenwälder, etc.) besteht ab 400 ppm; heute liegen wir bei knapp 420.

Dass die Zeit drängt, sollten mittlerweile alle verstanden haben. „Langsamkeit dürfen wir uns nicht mehr genehmigen.“

Pressemitteilung

Solarverein Goldene Meile e. V.  15.03.2022